Dezember Meditation- „Ihr seid das Licht der Welt“

 

Ihr seid das Licht der Welt:

Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben!

Es zündet ja auch niemand eine Öllampe an und stellt sie dann unter einen Tontopf.

Im Gegenteil: Man stellt sie auf den Lampenständer, damit sie allen im Haus Licht gibt.

So soll euer Licht vor den Menschen leuchten.

Sie sollen eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen.

Mt 5, 14-16

 

Licht. Es begegnet uns in so vielen Formen. Die Sonne am Himmel, der Mond und die Sterne, Straßenlaternen, Flutlichter, Laternen, Leuchttürme, Autolichter, Lampen an und in Häusern, Taschenlampen, Lichterketten und gerade im Moment auch immer wieder Kerzen. Besonders in der Vorweihnachtszeit schmücken viele ihre Häuser und Gärten mit Lichtern, manche bunt, manche weiß.

Im Winter fehlt uns oft das Licht. Klar, das Dunkle wird oft von Schmuck und Kerzenflackern durchbrochen, aber die Helle, die Wärme, die Sonne kommt viel weniger zum Vorschein als im Sommer. Das ist nicht nur in manchen Situationen unpraktisch, sondern kann sogar direkte Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Der Mensch braucht Licht. Körperlich, aber auch psychisch. Die sogenannten „Winter Blues“, also depressive Phasen in der dunklen Jahreszeit, sind keine Seltenheit.

Und dann kommt Jesus und sagt: „Ihr seid das Licht der Welt.“

Wir sind Licht? Wir wissen alle, dass das nicht wörtlich gemeint ist. Viele haben im Kindergottesdienst schon darüber gesprochen, was das bedeuten soll, dass wir Licht sind. Da wurde von guten Taten gesprochen und auch von Talenten, die jeder hat und ausleben soll. Das man sein Können und seine Werke mit anderen teilen soll. Sein Licht nicht unter den Scheffel stellen. Ein schönes Bild. Aber irgendwie kann man den Satz auch fast schon doch irgendwie wörtlich nehmen. Spricht man nicht von leuchtenden Augen? Vom warmen Lächeln? Von einem strahlenden Lachen? Wir leuchten, wärmen, strahlen. Wir sind das Licht der Welt. In unseren Begegnungen mit anderen Menschen können wir strahlen. So durchbrechen wir ein wenig die Winterdunkelheit. Mit einem Lächeln, einem freundlichen Wort, einer netten Geste. So können wir den Tag eines anderen erhellen.

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Wir sind das Licht der Welt? Ja, aber an manchen Tagen fühle ich mich gar nicht nach Licht. Wut, Frust, Sorge begleiten mich. Da passt mir die Dezemberdunkelheit ganz gut in den Kram. Dahinter kann ich mich verstecken. Und dann möchte ich auch eigentlich für niemanden leuchten. Ich werfe einen Schatten.

Wenn ich mir eine Lichtquelle vorstelle, eine Lampe zum Beispiel, hat auch diese eine Schattenseite. Ein flackerndes Teelicht wirft einen eigenen Schatten. Das ist ganz natürlich. Was passiert aber, wenn ich eine zweite Lichtquelle dazu nehme? Oder zwei, oder ganz viele? Der Schatten verschwindet immer mehr, das gemeinsame Licht ist stärker.

Wir sind das Licht der Welt? Ja, aber gemeinsam. Dazu gehört, selbst zu Leuchten, Wärme zu schenken, wann ich das kann, mein Licht leuchten zu lassen vor den Leuten. Aber ich darf auch das Licht anderer zu Hilfe nehmen, darf Wärme empfangen, Mut aus dem Strahlen und der Freude meiner Mitmenschen schöpfen.

Ich wünsche uns, dass wir in dieser Adventszeit ein Licht für andere sein können und das Licht anderer empfangen, wenn wir es brauchen.

 

Beitrag von Miriam Dorlaß

 

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