Bericht über das Gemeindepraktikum

Mein Name ist Luzie und ich studiere seit zwei Jahren evangelische Theologie in Bonn. Im Zuge meines Studiums mache ich vom 3.3. bis zum 7.4.2024 ein Praktikum in der Thomaskirchengemeinde in Bad Godesberg. Das Gemeindeleben findet sowohl in der Pauluskirche als auch in der Christuskirche statt. Gerne berichte ich von meinen ersten ereignisreichen Wochen.

Durch die herzliche Art des Pfarrers Oliver Ploch und viele liebevolle Menschen fühle ich mich seit Beginn meines Praktikums sehr wohl in der Gemeinde. Ich bin überaus dankbar, dass mich Oliver Ploch zu fast allen seiner Termine mitnimmt und mir seine Gedankengänge erläutert. In einem Gespräch konnte ich ihm bereits viele Fragen über seine Arbeit stellen, die mir wertvolle Einblicke in seine Arbeit gegeben haben. Auch in Gottesdiensten werde ich viel miteinbezogen, so durfte ich sogar schon eine Albe tragen. Auf diese Weise entwickele ich immer mehr ein Gefühl dafür, wie ich im Gottesdienst auftrete.

In den vergangenen drei Wochen habe ich einige gemeindetypische Bereiche kennengelernt. Hierzu zählen beispielsweise der Konfirmandenunterricht sowie Tauf- und Konfirmationsanmeldungen. Bei einer Beerdigung und dem vorausgehenden Trauergespräch dabei zu sein, empfand ich als besonders bewegend. Es ist bedeutsam Menschen bei der Bewältigung ihrer Trauer eine Hilfe zu sein. Trauerfeiern erinnern mich daran, was im Leben wirklich wichtig ist.            In der Presbyteriumssitzung, beim Pfarrkonvent und auch bei Dienstbesprechungen habe ich verschiedene Wege des Zusammenarbeitens kennengelernt. Je nach Anlass wurde ein lockeres Zusammensein oder auch ein strukturiertes Gespräch gewünscht.

Die gerade angeführten Aufgabenbereiche einer Pfarrperson findet man in fast allen Gemeinden der evangelischen Kirche im Rheinland. Darüber hinaus allerdings gibt es einige Dinge, die die Thomaskirchengemeinde in Besonderem auszeichnen.

So sticht heraus, dass die Gemeinschaft vor Ort von vielen engagierten Menschen und einem entsprechend vielfältigen Angebot lebt. In der Thomaskirchengemeinde werden Themenabende, wie zuletzt “meine katholische Vergangenheit und mein Glaube heute” oder “Wachsen” organisiert. Was die Gemeinde noch ausmacht? – Vieles, zum Beispiel eine eigene Kleiderkammer, viele Kindergottesdienste, Kinderbibeltage, Jugendgottesdienste, arabisches Essen am Mittwoch, Kaffee und Kuchen am Freitag, Büchereien, Frauen- und Männertreffs, Bibelgesprächskreise, Spielenachmittage, Kinder- und Jugendgruppen, Chöre für jede Altersklasse und vieles mehr. Es ist interessant zu beobachten, dass die Veranstaltungen oft sehr gut besucht sind. Die Attraktivität dieser Events scheint eng mit der Vielfalt des Programms verbunden zu sein, was sicherstellt, dass viele Interessen und Altersgruppen angesprochen werden. Mit Sicherheit ist für die rege Anteilnahme auch die gute Social Media- und Webpräsenz verantwortlich. Dass die Sonntagsgottesdienste auf YouTube live übertragen und hochgeladen werden, ist trotz des technischen Fortschritts unserer Zeit noch lange nicht selbstverständlich. Hinter diesen Beobachtungen steht der Anspruch der Gemeinde innovativ zu sein und sich immer weiterzuentwickeln.

Der Relevanz einer guten Kinder- und Jugendarbeit ist sich die Thomaskirchengemeinde sehr bewusst. Hierzu erzähle ich gerne vom Eselreiten, was ich heute miterleben durfte. Um Palmsonntag auch im Sinne der ´Kleinen in den Gemeinden´ zu gestalten, ist das Eselreiten in Bad Godesberg jahrelange Tradition und doch immer wieder Highlight. Nachdem der Esel mit drei Kindern auf dem Rücken in den Gottesdienst eingezogen war und Oliver Ploch den Kindern von Jesus Ritt nach Jerusalem erzählt hatte, ging es für die Kinder und den Esel raus auf die Wiese. Dort konnten die Kinder auf einer Kutsche fahren, die der Esel zog. Parallel wurde gemeinsam gebastelt und gesungen.

Auch wenn ich in diesem Bericht nur einen Bruchteil meiner Praktikumserfahrung abbilden kann, hoffe ich dennoch, dass Sie als Leser*in etwas für sich mitnehmen können. Ich nehme für mich jedenfalls mit, dass die Arbeit in einer Gemeinde unglaublich erfüllend und wertvoll sein kann. Auch wenn der Pfarrberuf immer wieder Herausforderungen bereithält, ist der Mehrwert der Arbeit für mich deutlich spürbar. Oliver Ploch hat mir durch seine Arbeit gezeigt, wie der Pfarrberuf gelingen und bewegen kann. Dieses praktische Wissen hoffe ich in meinen eigenen Erfahrungsschatz und alle kommenden Erlebnisse zu integrieren. Nun bin ich erst einmal froh auch noch zwei weitere Wochen in der Gemeinde sein zu dürfen, denn es ist eine Zeit, die ich sehr genieße.