What does Theology do, actually? Eine Neu-Verortung der Theologie – raus aus dem „Ivory Tower“ der Universität

Normalerweise stelle ich meinen Interviewpartner*innen die Frage, was macht denn die Theologie überhaupt, in einem Satz zusammengefasst. Das ist natürlich gemein, denn die Theologie kann so viel, dass es schwer ist, sich kurz zu fassen.

Aus genau dieser Frage während eines Prüfungsgesprächs heraus ist vor einigen Jahren das Format What does Theology do, actually? entstanden. Eine Konferenzreihe, organisiert von Dr. Matthew Ryan Robinson, Leiter der Abteilung für Interkulturelle Theologie an der Ev.-Theologischen Fakultät Bonn. Am vergangenen Wochenende wurde ich als Teilnehmerin nun also selbst herausgefordert, die Frage mitzudenken: Was macht die Theologie überhaupt – in diesem Jahr mit dem Untertitel on loci and Locations in Systematic Theology.

Die eingeladenen Vortragenden reisten aus Peru, Österreich, Belgien, den USA, Kenia, Madagaskar, Hong Kong und Kanada an und kamen aus unterschiedlichen Berufungen und Karriereleveln, vom Priester und Doktoranden zur Professorin. Mindestens genauso divers war auch die Gruppe der Zuhörenden. Gemeinsam sollten Studierende, Lehrende und Forschende sich über ihre eigenen Kontexte, Konfessionen und Erfahrungen in Kirche und Gemeinde austauschen und wie die diversen Hintergründe die Art und Weise beeinflusst, wie die Frage nach der Theologie gestellt wird.

Schnell war klar: Die Herkunft entscheidet darüber, wer überhaupt die Fragen der Theologie stellen darf, wie diese Fragen gestellt werden und wer an der Beantwortung dieser beteiligt ist. Gerade im deutschen akademischen Kontext – als nur ein locus von Theologie – werden immer noch Hierarchien wertgeschätzt, wenn es darum geht, wer und wann an den Gesprächen beteiligt wird. What does Theology do, actually? macht genau das zur Problemanzeige: Wer betreibt Theologie? Was wird in den Blick genommen, wenn wir Theologie betreiben? Warum und mit welcher Motivation wird Theologie betrieben? Für wen ist diese Arbeit von Bedeutung und wie wird diese Zielgruppe an der Theologie selbst mit beteiligt?

Denn gerade in der (Systematischen) Theologie spielen die eigenen Kontexte, die Konfession und Erfahrungen von Kirche und Gemeinde eine Rolle, wenn es um die Beantwortung von Fragen des Glaubens geht. Auch die sozialen und religiösen Gefühle der Menschen müssen dabei widergespiegelt werden. Und so schön wie es ist, im Festsaal eines Schlosses zu studieren und gemeinsam im Business Dress ein Symposium zu halten, sollten wir natürlich unsere Umwelt im Blick behalten, in der Theologie stattfindet, und uns auch aus unserer universitären „Bubble“ heraus trauen.

Wer interessiert ist an den verschiedenen Lösungsvorschlägen oder weiteren Gedankengängen, die im Laufe der Reihe entstanden sind, kann bei der Evangelischen Verlagsanstalt die bisher erschienenen Konferenzbände zu What does Theology do, actually? Vol.1-3 beziehen, in denen bisher Interkulturelle Theologie, Neues Testament und Kirchengeschichte verhandelt wurden.